Mieten in Potsdam überdurchschnittlich angestiegen

Weniger Umzüge innerhalb der Stadt führen zu „Lock-in-Effekt“

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In den vergangenen drei Jahren sind die Mieten für neue Wohnungen in Potsdam überdurchschnittlich stark in die Höhe gegangen. Nach Zahlen des Instituts Empirica, die das Nachrichtenmagazin Spiegel und die MAZ ausgewertet hat, sind die sogenannten Angebotsmieten für Neuvermietungen von Wohnungen in der Landeshauptstadt seit Anfang 2022 um 20,46 Prozent auf 13,19 Euro pro Quadratmeter Kaltmiete gestiegen. Damit rangiert Potsdam bundesweit auf Platz 21. Im Bundesdurchschnitt lag der Anstieg bei den Mieten seit Beginn des Ukraine-Kriegs und der Zinswende am Immobilienmarkt bei einem Wert von 18,3 Prozent.

Berlin liegt mittlerweile auf Rang 10 der teuersten Neuvermietungen. Die Angebotsmieten sind im Vergleichszeitraum um mehr als 42 Prozent auf durchschnittlich 14,90 Euro pro Quadratmeter angewachsen. Der Druck auf den Wohnungsmarkt in der Bundeshauptstadt sorgt überall in Brandenburg für steigende Mieten. Die höchsten Steigerungsraten verzeichnen deutschlandweit mehrere brandenburgische Landkreise, darunter Oberhavel (+ 30,1 Prozent) und das Havelland (+30,3 Prozent) sowie die kreisfreien Städte Brandenburg an der Havel (+33,2 Prozent) und Cottbus (+41,3 Prozent).

Senioren bleiben in großen Wohnungen, Familien haben zu wenig Platz

Der Mangel an bezahlbaren Wohnungen in Potsdam schlägt sich auch in einer anderen Statistik, diesmal der Landeshauptstadt Potsdam, nieder: Nur 1188 Menschen sind im zweiten Quartal 2025 innerhalb der Stadt von einer Wohnung in eine andere umgezogen. Im gleichen Zeitraum 2024 waren es noch 2332 Menschen. Der Wert ist seit vielen Jahren trotz wachsender Einwohnerzahl langsam, aber kontinuierlich zurückgegangen.

Weil die Bestandsmieten etwa bei den Wohnungsgenossenschaften deutlich günstiger sind, ziehen Menschen kaum noch um, auch wenn die Lebensumstände sich geändert haben, folgert die MAZ. So leben Senioren in großen Wohnungen, obwohl die Kinder ausgezogen sind, und junge Familien auf wenig Raum, weil sie sich mehr nicht leisten können. Paare wiederum können nicht zusammenziehen, weil selbst die gemeinsame Wohnung zu teuer ist. Das wird auch „Lock-in-Effekt“ genannt, Menschen sind quasi in ihrer bestehenden Wohnung „eingesperrt“.