Leitungsschäden in der Potsdamer Mitte

Nach einem Bericht der MAZ seien die Arbeiten in der Erika-Wolf-Straße zwar abgeschlossen, die Ursachen und Folgen der Leitungsschäden rund um den Block III der Potsdamer Mitte beschäftigten jedoch weiterhin Stadt, Versorger und Gutachter.

Alter Markt I Foto: sevens+maltry

Seit dem 11. August könne die Straße wieder uneingeschränkt befahren werden. Auch die Tiefgarage des Quartiers stehe den Nutzerinnen und Nutzern wieder regulär zur Verfügung.

Hintergrund der Arbeiten seien Schäden an unterirdischen Netzbauwerken der Energie und Wasser Potsdam (EWP) sowie der Netzgesellschaft Potsdam (NGP) gewesen. Nach Angaben der EWP seien diese Schäden „im Zuge der dort stattgefundenen Bauarbeiten nachweislich“ entstanden.

Weitere Untersuchungen im Umfeld des Blocks III

Mit dem Ende der Bauarbeiten in der Erika-Wolf-Straße sei die Angelegenheit jedoch möglicherweise noch nicht abgeschlossen. Nach Informationen der MAZ werde derzeit geprüft, ob weitere Straßen im Umfeld des Blocks III ebenfalls von den Folgen betroffen seien.

Untersucht würden aktuell:

  • die Friedrich-Ebert-Straße,
  • die Anna-Zielenziger-Straße,
  • die Straße Am Alten Markt,
  • die Anna-Flügge-Straße.

An den Prüfungen beteiligt seien neben EWP und NGP auch die Landeshauptstadt Potsdam, der Verkehrsbetrieb Potsdam (ViP) sowie externe Gutachter.

Ursache der Schäden weiter umstritten

Wie die MAZ weiter berichtete, sei die Frage nach den Ursachen der Leitungsschäden weiterhin nicht abschließend geklärt. Im Raum stünden unterschiedliche Erklärungen, darunter Probleme bei der Bodenverdichtung oder bei der Sicherung der Baugruben während der Bauarbeiten im Umfeld des Quartiers.

Zu möglichen juristischen Auseinandersetzungen wollte sich die EWP laut Zeitung nicht äußern. Das Unternehmen habe erklärt, grundsätzlich keine Aussagen zu laufenden Verfahren oder zu Vertragsbeziehungen mit Partnern und Dienstleistern zu machen.

Kosten und Zeitplan noch offen

Konkrete Angaben zu möglichen Kosten oder zur Dauer weiterer Baumaßnahmen gebe es derzeit nicht. Auch zu öffentlich diskutierten Summen wolle sich die EWP nach Angaben der MAZ bislang nicht äußern.

Damit bleibt zunächst offen, ob und wann weitere Straßen im Umfeld des Quartiers erneut aufgegraben werden müssen.

Fortschritte im Block IV

Neben den Herausforderungen rund um die Leitungsinfrastruktur berichtete die MAZ auch über Fortschritte in der benachbarten Quartiersentwicklung. So seien bei einem markanten Gebäude an der Ecke Erika-Wolf-Straße / Anna-Flügge-Straße inzwischen große Teile der Gerüste entfernt worden.

Das Gebäude orientiere sich an historischen Vorbildern und stelle einen wichtigen Baustein der Neubebauung im Block IV dar.

Sozialer Wohnungsbau verzögert sich

Weniger Bewegung gebe es derzeit auf der Fläche entlang der Friedrich-Ebert-Straße, auf der die ProPotsdam sozialen Wohnungsbau realisieren wolle. Nach Informationen der MAZ seien dort noch Finanzierungsfragen mit dem Land Brandenburg offen.

Ein Baubeginn werde deshalb frühestens für das Jahr 2028 erwartet.

Die Entwicklungen zeigen, dass die Fertigstellung einzelner Quartiere in der Potsdamer Mitte weiterhin eng mit infrastrukturellen und technischen Herausforderungen verbunden bleibt.

Quelle: MAZ