Krampnitz wächst weiter: Zusätzliche Wohnungen statt geplanter Gewerbeflächen

Wie die PNN berichteten, solle das sogenannte Heidequartier in Krampnitz künftig deutlich stärker für Wohnzwecke genutzt werden als bislang vorgesehen.

Grafische Darstellung des Stadtplatz im Bergviertel von Ioomn Architekturkommunikation: Menschen sitzen auf Bänken, fahren mit dem Fahrrad und Kinder spielen auf einem begrünten Platz, dahinter mehrere mehrstöckige Gebäude.

Nach Angaben von Potsdams Stadtplanungschef Erik Wolfram bestehe aktuell nur eine geringe Nachfrage nach den ursprünglich geplanten Gewerbeflächen.

Der bestehende Masterplan habe bislang Büroflächen, Handwerksbetriebe, produzierendes Gewerbe und eine Quartiersgarage vorgesehen. Diese Nutzungen sollen nun teilweise entfallen und durch zusätzlichen Wohnungsbau ersetzt werden.

525 Wohnungen statt bislang 190 Einheiten

Nach den aktuellen Überlegungen könnten im Heidequartier künftig 525 Wohnungen entstehen. Bisher waren dort lediglich rund 190 Wohneinheiten vorgesehen.

Geplant seien größere Mehrfamilienhäuser, die aus wiederkehrenden und standardisierten Bauelementen zusammengesetzt werden könnten. Nach Einschätzung der Stadtverwaltung könne diese Bauweise dazu beitragen, die Baukosten zu reduzieren und die Mieten zu dämpfen.

Am Rand des Quartiers seien zudem Reihenhäuser vorgesehen. Das Wohngebiet solle insbesondere für Familien attraktiv gestaltet werden.

Bürgerbeteiligung für 2027 geplant

Für die Änderung des Masterplans sei nach Angaben der PNN eine Bürgerbeteiligung im ersten Quartal 2027 vorgesehen. Die Stadt gehe derzeit davon aus, dass die übergeordneten Entwicklungsziele für Krampnitz eingehalten werden könnten.

So solle die derzeitige Zielgröße von zunächst 5.000 Einwohnerinnen und Einwohnern weiterhin nicht überschritten werden. Auch zusätzliche Verkehrsbelastungen würden nach Einschätzung der Verwaltung nicht erwartet.

Fördermittel für das Bergviertel bestätigt

Positive Nachrichten habe die Stadtverwaltung laut PNN auch für das Bergviertel in Krampnitz vermeldet. Für den dort geplanten sozialen Wohnungsbau sei die Förderung des Landes Brandenburg bestätigt worden.

Im Bergviertel sollen insgesamt rund 750 Wohnungen entstehen. Nach Angaben der Stadt sei dort eine Mischung aus Sozialwohnungen, Wohnungen im mittleren Preissegment, genossenschaftlichen Wohnungen sowie Eigentumswohnungen vorgesehen.

Genossenschaften setzen auf bezahlbares Wohnen

Wie bereits berichtet, konzentrieren sich die beteiligten Wohnungsgenossenschaften in Krampnitz auf den Neubau genossenschaftlicher Wohnungen. Ziel sei es, dauerhaft bezahlbaren Wohnraum zu schaffen und unterschiedliche Einkommensgruppen im neuen Stadtteil zu berücksichtigen.

Die geplante Mischung verschiedener Wohnformen gilt als wichtiger Bestandteil des städtebaulichen Konzepts für Krampnitz.

Diskussion um weitere Wohnbauprojekte

Die PNN berichteten außerdem über weitere wohnungspolitische Debatten im Bauausschuss. Während ein Antrag zur Förderung alternativer Wohnformen auf Zustimmung gestoßen sei, hätten andere Vorschläge keine Mehrheit gefunden.

Deutlich abgelehnt worden sei erneut die Idee, einen Teil der Wohnungen der ProPotsdam zu verkaufen, um mit den Erlösen neue Wohnungen zu finanzieren. Mehrere Stadtverordnete hätten darauf verwiesen, dass der kommunale Wohnungsbestand eine wichtige Rolle für stabile und bezahlbare Mieten in Potsdam spiele.

Krampnitz bleibt Schlüsselprojekt für den Potsdamer Wohnungsmarkt

Mit den geplanten Änderungen zeigt sich erneut die große Bedeutung von Krampnitz für die zukünftige Wohnraumversorgung in Potsdam. Während die Nachfrage nach Gewerbeflächen derzeit hinter den Erwartungen zurückbleibt, soll zusätzlicher Wohnraum dazu beitragen, den Druck auf dem Potsdamer Wohnungsmarkt zu verringern und neue Angebote für Familien, Genossenschaftsmitglieder und Haushalte mit unterschiedlichen Einkommen zu schaffen.

Quelle: PNN