Krampnitz nimmt Gestalt an: Erste Wohnungen noch 2026, Nahversorgung folgt später

Wie MAZ und PNN berichteten, soll in Krampnitz noch in diesem Jahr der Bezug der ersten Wohnungen beginnen. Gleichzeitig drängt die Buwog auf mehr Flexibilität beim Denkmalschutz und verweist auf Herausforderungen bei Infrastruktur und Nahverkehr.

Bild: Machleidt Sinai
Eine Visualisierung zum Masterplan Krampnitz. Bild: Machleidt Sinai

Die zum Vonovia-Konzern gehörende Buwog wolle in der ersten Entwicklungsstufe insgesamt 994 Wohnungen errichten. Im Bauabschnitt M1 entstünden zunächst 346 Wohnungen. Die ersten rund 70 Wohnungen sollen noch Ende 2026 fertiggestellt werden. Bereits Mitte September beginne die Vermietung von knapp 200 Wohnungen. Die Buwog investiere nach eigenen Angaben eine hohe dreistellige Millionensumme in die Entwicklung des Quartiers. Insgesamt sei langfristig von Investitionen in Milliardenhöhe die Rede.

Wohnraum für rund 5.000 Menschen in der ersten Ausbaustufe

Nach Angaben des Unternehmens seien in der ersten Ausbauphase etwa 5.000 Bewohnerinnen und Bewohner vorgesehen. Rund 450 Wohnungen sollen vermietet, die übrigen verkauft werden. Insgesamt entstünden knapp 79.000 Quadratmeter Wohnfläche.

Neben der Sanierung ehemaliger Kasernengebäude seien auch Neubauten in den historischen Kasernenhöfen geplant. Diese könnten teilweise in serieller Bauweise entstehen, um die Wirtschaftlichkeit der Projekte zu verbessern.

Denkmalschutz bleibt Streitpunkt

Bei einer Veranstaltung des Wirtschaftsforums Brandenburg habe Udo Sauter, Geschäftsführer Baumanagement der Buwog, die Anforderungen des Denkmalschutzes als besondere Herausforderung bezeichnet.

Aus seiner Sicht brauche es mehr Flexibilität beim Umgang mit geschädigter Bausubstanz. Es sei nicht immer sinnvoll, marodes Mauerwerk ausschließlich aus Gründen des Denkmalschutzes zu erhalten. Vielmehr müsse geprüft werden, ob beschädigte Bauteile durch neue Konstruktionen ersetzt werden könnten. Der Projektentwickler wünsche sich hierzu einen intensiveren Dialog mit der Stadtverwaltung.

Nahversorgung folgt erst in den kommenden Jahren

Trotz des bevorstehenden Einzugs der ersten Bewohnerinnen und Bewohner werde es zunächst kaum Einkaufsmöglichkeiten direkt im Quartier geben. Laut PNN soll zunächst ein historischer Wachturm am Eingang des neuen Stadtteils umgebaut werden. Dort seien kleinere Gewerbeflächen und Gastronomie vorgesehen. Die Fertigstellung werde derzeit für September 2028 angestrebt.

Ein erster größerer Supermarkt sei am sogenannten Krampnitzer Tor geplant. Nach Angaben der Projektentwickler könnte dieser erst bis März 2030 eröffnet werden. Zusätzlich seien dort weitere Gewerbeflächen sowie eine Tiefgarage vorgesehen.

Autoarmes Quartier mit Quartiersgaragen

Krampnitz wird als weitgehend autoarmes Stadtquartier entwickelt. Statt vieler Stellplätze direkt an den Gebäuden sollen Bewohnerinnen und Bewohner ihre Fahrzeuge überwiegend in zentralen Quartiersgaragen abstellen. Die Buwog plane hierfür zunächst zwei Garagen mit zusammen 571 Stellplätzen.

Gleichzeitig unterstrich das Unternehmen die Bedeutung eines leistungsfähigen öffentlichen Nahverkehrs. Ohne eine bessere ÖPNV-Anbindung werde die Vermietung langfristig schwieriger.

Straßenbahn bleibt Schlüsselfrage

Als größte Herausforderung gilt weiterhin die geplante Straßenbahnverlängerung nach Krampnitz. Deren Umsetzung hat sich bereits mehrfach verzögert. Nach bisherigen Planungen kann das Quartier ohne Tram zunächst nur für etwa 5.000 Einwohnerinnen und Einwohner erschlossen werden, obwohl langfristig rund 10.000 Menschen in Krampnitz wohnen sollen.

Die Stadt bereitet derzeit weitere Investitionen in Infrastruktur und Erschließung vor. Im politischen Raum wird unter anderem über zusätzliche Kreditaufnahmen des Entwicklungsträgers beraten, um den Bau der neuen Gesamtschule sowie die Verkehrserschließung voranzubringen.

Wohnungsbau als zentrales Zukunftsprojekt

Krampnitz bleibt damit eines der bedeutendsten Stadtentwicklungsprojekte Potsdams. Während die ersten Wohnungen nun kurz vor dem Bezug stehen, werden Themen wie Denkmalschutz, Nahversorgung, Mobilität und Infrastruktur die Entwicklung des neuen Stadtteils auch in den kommenden Jahren prägen.

Quelle: MAZ, PNN