Klimapolitik im Gebäudesektor

Der GdW hat vor zusätzlichen finanziellen Belastungen im Zuge der geplanten Reformen im Gebäudesektor gewarnt.

Bild: Josephine Braun

Anlass sei ein aktueller Vorschlag des Potsdam‑Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) zur Ausgestaltung eines künftigen Gebäudemodernisierungsgesetzes gewesen. Der Verband forderte stattdessen eine stärkere Ausrichtung auf wirksame, planbare und sozial verträgliche Anreizmechanismen, um die Wärmewende im Gebäudebereich voranzubringen.

Das PIK habe in seiner Analyse unter anderem eine CO₂‑basierte Investitionsabgabe auf fossile Heizungen vorgeschlagen, ergänzt durch Förderprogramme für klimafreundliche Technologien. Aus Sicht des GdW greife dieser Ansatz jedoch zu kurz und berge erhebliche Risiken für Investitionen und die Bezahlbarkeit des Wohnens.

GdW‑Präsident Axel Gedaschko erklärte laut Mitteilung, eine zusätzliche Investitionsabgabe würde sowohl Vermieterinnen und Vermieter als auch Mieterinnen und Mieter belasten, sowohl bei den Investitions‑ als auch bei den Betriebskosten. In der aktuellen Marktsituation sei dies das falsche Signal. Statt neuer Abgaben brauche es verlässliche und planbare Rahmenbedingungen, damit Investitionen in klimafreundliche Heizsysteme tatsächlich angestoßen würden.

Nach Auffassung der Wohnungswirtschaft liege der Schlüssel zur Beschleunigung der Wärmewende weniger in zusätzlichen Pflichten als vielmehr in einer Weiterentwicklung der Förderkulisse. Der GdW sprach sich für degressiv ausgestaltete, langfristig planbare Förderprogramme für klimafreundliche Heiztechnologien aus sowie für eine Überprüfung und Anpassung der bestehenden Modernisierungsumlage.

Ein weiterer zentraler Hebel liege aus Sicht des Verbandes in der Preisstruktur der Energieträger. Auch die vom PIK aufgegriffene Debatte um einen sogenannten Dekarbonisierungsstrompreis zeige, dass das Verhältnis von Strom‑ und Gaspreisen entscheidend für den Erfolg der Wärmewende sei. Analysen belegten, dass eine deutliche Absenkung des Strompreises, etwa durch eine Reduzierung der Stromsteuer für Wärmepumpen, erhebliche zusätzliche Investitionsimpulse auslösen könne.

Axel Gedaschko betonte, wenn der Umstieg auf klimafreundliche Technologien beschleunigt werden solle, müssten die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen entsprechend gesetzt werden. Ein wettbewerbsfähiger Strompreis für Wärmepumpen könne einen echten Durchbruch ermöglichen. Die Kombination aus attraktiven Förderbedingungen und einem klaren Preissignal zugunsten der Elektrifizierung sei deutlich wirksamer als zusätzliche Abgaben.

Abschließend unterstrich der GdW, dass die Transformation des Gebäudesektors nur gelingen könne, wenn Klimaschutz, Investitionsfähigkeit und soziale Tragfähigkeit gleichermaßen berücksichtigt würden. Eine Reform, die Investitionen erschwere oder verteuere, laufe Gefahr, ihre eigenen Ziele zu verfehlen.

Quelle: GdW