Investitionen im Potsdamer Süden

In Potsdams Sportstätten und Bildungseinrichtungen fließt in diesem Jahr viel Geld, berichten die PNN. Der Kommunale Immobilien Service investiere in zahlreiche Projekte. Einige davon befinden sich im Potsdamer Süden. Bei einer Baustellentour wurde über den Stand der Arbeiten informiert.

Im Potsdamer Süden dominieren Plattenbauten. Foto: Pixabay/Mario Hagen

Das neue Sportforum am Schlaatz

Da ist zunächst das Sportforum am Schlaatz, dessen Rohbau nun steht. Im Inneren reihe sich Halle an Halle: zwei Zweifeld-Sporthallen für den Schulsport, große Räume für Judo, Ringen, Gewichtheben und Bouldern. „Es ist aktuell das größte Sportprojekt der Stadt“, habe der Werkleiter des Kommunalen Immobilien Service (KIS), Bernd Richter, am Mittwoch bei einer Baustellentour gesagt. 32 Millionen Euro seien für den Bau veranschlagt. Nach zahlreichen Verzögerungen nach Beginn der Planung – bei einer ersten Vorstellung im Jahr 2018 war noch eine Fertigstellung 2022/23 angepeilt worden – gehe es jetzt voran. Derzeit werde die Lüftung eingebaut. Die Eröffnung sei für den Sommer 2027 geplant.

Neben Vereinen und Schulen solle das Sportforum zukünftig auch Anwohnern am Schlaatz offenstehen. Das begrünte Dach sei als Aufenthaltsort vorgesehen. Auch die Außenanlagen, die laut Zeitung 2028 fertiggestellt werden sollen, werden größtenteils nicht umzäunt und können außerhalb der Trainingszeiten öffentlich genutzt werden. Das gelte für die beiden kleinen Sportfelder, für Trainingsplätze für Parcours und Calisthenics.

Nur der große Kunstrasenplatz sei für Schul- und Vereinssport reserviert. Um die Nutzung der Angebote noch zu verbessern, entwickle die Stadt gemeinsam mit den Stadtwerken ein digitales Tool zur Vergabe der Hallenkapazitäten. Die Nachfrage sei hoch, das Forum schon vor der Eröffnung nahezu ausgelastet.

Insgesamt, so Finanzdezernent Burkhard Exner (SPD) bei der Baustellentour, betrage das Investitionsvolumen des KIS in diesem Jahr 37 Millionen Euro. Mehr als 80 Prozent davon würden über Kredite finanziert – auch wenn die Kommunalaufsicht mehr Eigenmittel anmahne.

Umbau der Zweigbibliothek am Stern

Ein kleinerer Posten in der Investitionsliste des KIS sei die Zweigbibliothek am Stern. Wer das Gebäude mit dem markanten Wellendach am Johannes-Kepler-Platz betritt, finde einen komplett entkernten Raum, so die PNN. Seit Ende 2024 ist die Bibliothek für den Umbau geschlossen. Für 3,8 Millionen Euro werde das Haus saniert und erweitert. Ende dieses Jahres sollen die Bauarbeiten beendet sein. Die Eröffnung ist für April 2027 geplant.

Die DDR-Betonelemente an der Decke blieben erhalten. Der Innenbereich werde jedoch ganz neu gestaltet, wobei auch Ideen von Bürgerinnen und Bürgern berücksichtigt würden. Ein etwas höher gelegter Kinderbereich, ein langer Tisch für Gespräche, ein Wintergarten mit Blick auf den Kepler-Platz: So beschreibe Marion Mattekat, Direktorin der Stadt- und Landesbibliothek, die künftige Ausstattung. Die Möbel dafür werden gerade angefertigt.

Neu in Potsdam eingeführt werden soll am Stern auch das Konzept der Open Library. Neben den regulären Öffnungszeiten werde es Zeiten geben, in denen Nutzer die Bibliothek auch ohne Personal besuchen können. Der gültige Bibliotheksausweis öffne die Tür, dann seien Aufenthalt und Ausleihe von Medien möglich. Andere Städte hätten mit diesem System bereits gute Erfahrungen gesammelt.

Erweiterung der Waldstadt-Grundschule

Für die 450 Schüler der dreizügigen Waldstadt-Grundschule mit angegliedertem Hort gebe es bald mehr Platz. Die Schule werde durch einen dringend benötigten Neubau erweitert. Ein früherer Gebäuderiegel sei dafür abgerissen worden. Im September 2025 wurde der Grundstein für das neue Gebäude gelegt. Mittlerweile sei der Bau schon beachtlich gewachsen. Halb im Boden versenkt liege die Sporthalle für Schul- und Vereinssport. Sie sei größer als die frühere, umfasse zwei Felder statt einem.

Auf die Halle sollen noch zwei Stockwerke mit Klassenräumen aufgesetzt werden. Eine Herausforderung, denn die Hallendecke muss viel mehr Gewicht tragen, als üblicherweise, bemerken die PNN. Durch einen dreistöckigen Verbinder solle der Neubau mit dem Altbau verbunden werden – barrierefrei. Die für die Waldstadt charakteristischen Bäume auf dem Gelände sollen dabei weitgehend erhalten bleiben.

Nach dem Bezug des neuen Gebäudes, der voraussichtlich im dritten Quartal 2027 erfolgen solle, stehe die Sanierung des Altbaus an. Dafür müsse das Gebäude vollständig leergezogen werden. Die frühere Turnhalle werde abgerissen, hier soll ein neuer Schulhof entstehen. Die Fertigstellung des gesamten Projektes sei für den Sommer 2029 geplant.

Quelle: PNN