Humboldtring-Gärten in Zentrum Ost: Wohnungsbauprojekt nimmt sichtbar Gestalt an

Nach einem Bericht der MAZ macht das Wohnungsbauprojekt „Humboldtring-Gärten“ in Potsdam-Zentrum Ost sichtbare Fortschritte.

So soll es im neuen Wohnviertel Humboldtringgärten in Zentrum Ost einmal aussehen. Visualisierung: Quarterback

Die Baustelle, deren Arbeiten im August 2025 begonnen hätten, sei inzwischen bis zum ersten Obergeschoss vorangeschritten.

Nach Angaben des Projektentwicklers Quarterback Immobilien AG befänden sich die einzelnen Bauabschnitte derzeit auf unterschiedlichen Rohbauständen. Die Fertigstellung des Rohbaus sei bis Ende Oktober 2026 vorgesehen. Die vollständige Fertigstellung des Quartiers werde weiterhin für Ende 2027 angestrebt.

214 Mietwohnungen entstehen

Wie die MAZ berichtete, umfasse das Vorhaben insgesamt 214 Wohnungen. Dabei handele es sich ausschließlich um Mietwohnungen. Ein Verkauf einzelner Wohnungen sei nicht vorgesehen.

Zur späteren Miethöhe wollte sich der Projektentwickler laut Bericht bislang nicht äußern. Auch mit der Vermarktung der Wohnungen sei noch nicht begonnen worden.

Fokus auf Fahrradverkehr und Quartiersmobilität

Für das neue Quartier seien insgesamt 101 Pkw-Stellplätze vorgesehen. Davon entstünden 59 Plätze in einer Tiefgarage und weitere 42 Stellplätze über ergänzende Erschließungsmaßnahmen. Ein Teil dieser Stellplätze werde für Elektromobilität vorbereitet.

Deutlich umfangreicher falle das Angebot für Fahrräder aus. Geplant seien insgesamt 335 Fahrradstellplätze sowie zusätzlich 35 Stellplätze für Lastenräder. Damit folge das Projekt aktuellen Mobilitätskonzepten, die den Radverkehr stärker berücksichtigen.

Lange Vorgeschichte mit Diskussionen um Welterbe und Baumbestand

Das Bauvorhaben war über mehrere Jahre umstritten. Wie die MAZ erinnerte, hatten insbesondere die geplante Bebauung im Bereich des sogenannten Nuthewäldchens sowie mögliche Auswirkungen auf das UNESCO-Welterbe im Umfeld des Parks Babelsberg zu kontroversen Diskussionen geführt.

2019 sei schließlich ein Kompromiss gefunden worden. Dabei wurde die ursprünglich geplante Bebauung teilweise reduziert und stärker in Richtung Nuthestraße verlagert. Dadurch verringerte sich die Zahl der geplanten Wohnungen von ursprünglich rund 270 auf die heute vorgesehenen 214 Einheiten.

Keine Sozialwohnungen vorgesehen

Nach Angaben der MAZ werde das Quartier ausschließlich aus frei finanzierten Mietwohnungen bestehen. Weder Gewerbeflächen noch geförderte beziehungsweise preisgebundene Wohnungen seien Bestandteil des Projekts.

Ursprünglich seien im Rahmen des Potsdamer Baulandmodells auch Sozialwohnungen vorgesehen gewesen. Nach der Verkleinerung des Vorhabens habe sich dies jedoch nicht mehr wirtschaftlich darstellen lassen. Die Stadt Potsdam habe stattdessen rund 987.000 Euro aus der Wertsteigerung des Grundstücks erhalten, die nach Angaben der Zeitung in zusätzliche Kita-, Hort- und Grundschulkapazitäten in den umliegenden Stadtteilen investiert worden seien.

Neues Wohnquartier für Zentrum Ost

Mit den Humboldtring-Gärten entsteht eines der größeren Wohnungsbauprojekte in Zentrum Ost. Die Entwicklung zeigt zugleich die Herausforderungen moderner Stadtentwicklung: Wohnungsbau, Mobilitätskonzepte, Naturschutz und Welterbe mussten über mehrere Jahre hinweg miteinander in Einklang gebracht werden.

Quelle: MAZ