Hitzeschutz in Potsdam: Entsiegelung und Abkühlung kommen nur schrittweise voran

Wie die PNN berichten, komme der Hitzeschutz in Potsdam nur schrittweise voran. Hintergrund seien zunehmende Hitzeperioden. Ende Juni sei in Potsdam erstmals eine Temperatur von 40 Grad Celsius gemessen worden.

Der Alte Markt. Foto: Barbara Plate

Zu den konkreten Maßnahmen gehöre die Einrichtung von zwei sogenannten Cooling Points, die an heißen Sommertagen für Abkühlung sorgen sollen. Einer dieser Orte entstehe am Johannes-Kepler-Platz. Dort sollen entsiegelte Pflanzflächen, neue Bäume und weitere Begrünungsmaßnahmen umgesetzt werden. Zwei der geplanten vier Pflanzbeete würden noch 2026 angelegt, zwei weitere seien für 2027 vorgesehen.

Ein zweiter Cooling Point entstehe im Rahmen der Umgestaltung des Steubenplatzes am Alten Markt. Geplant seien dort neue Rasenflächen, Bäume, Sträucher und ein Trinkwasserbrunnen. Eine Regenwasserzisterne solle die Bewässerung unterstützen.

Mehr Trinkwasserbrunnen, aber weiterhin wenige Standorte

Laut PNN verfüge Potsdam derzeit lediglich über zwei öffentliche Trinkwasserbrunnen – am Hauptbahnhof sowie in Babelsberg an der Ecke Karl-Liebknecht-Straße und Schornsteinfegergasse. Ein weiterer Brunnen sei künftig am Steubenplatz vorgesehen. Zusätzlich solle im Zuge der Sanierung der Brandenburger Straße ein Trinkwasserbrunnen in Höhe des Brandenburger Tores entstehen. Ein konkreter Zeitpunkt sei hierfür bislang jedoch nicht benannt worden.

Die Einrichtung zusätzlicher Trinkwasserbrunnen sei bereits im Klimaanpassungskonzept von 2015 empfohlen worden.

Entsiegelung erfolgt in kleinen Schritten

Wie die Stadtverwaltung laut PNN mitgeteilt habe, seien im vergangenen Jahr verschiedene kleinere Entsiegelungsmaßnahmen umgesetzt worden. Dazu gehörten neue Grün- und Beetflächen am Leipziger Dreieck, die Umwandlung von zwölf Parkplätzen am Patrizierweg sowie neue Pflanzbereiche an den Ringerkolonnaden am Alten Markt.

Eine Gesamtzahl der entsiegelten Flächen habe die Stadt jedoch nicht genannt.

Mehr Bäume gepflanzt – dennoch insgesamt weniger Stadtgrün

Bäume gelten als besonders wirksame Maßnahme gegen Überhitzung in Städten. Nach Angaben der Stadt seien im Jahr 2025 insgesamt 792 neue Bäume gepflanzt worden. Gleichzeitig hätten jedoch 1.061 Bäume aus Gründen der Verkehrssicherheit gefällt werden müssen.

Für die Jahre 2026 und 2027 plane der Kommunale Immobilienservice zusätzliche Pflanzungen an 26 Schulen und Kindertagesstätten. Vorgesehen seien insgesamt 285 neue Bäume, darunter 95 Großbäume, sowie Sträucher und neue Hecken. In diesem Zusammenhang würden auch befestigte Schulhofflächen entsiegelt.

Schatten auf Spielplätzen durch neue Bäume

Die Forderung nach mehr Verschattung auf Spielplätzen werde laut PNN regelmäßig diskutiert. Die Stadt setze dabei weiterhin vorrangig auf Baumpflanzungen und lehne den flächendeckenden Einsatz von Sonnensegeln ab.

Neue Bäume seien unter anderem auf Spielplätzen in Eiche, Fahrland, Bornstedt, Golm, Satzkorn, am Stern und im Schlaatz gepflanzt worden. Darüber hinaus würden bei neuen Spielgeräten verstärkt Konstruktionen mit integrierten Dächern berücksichtigt.

Bislang kein umfassendes Hitzeschutzkonzept

Nach Angaben der PNN verfüge Potsdam derzeit weder über ein ganzheitliches Hitzeschutzkonzept noch über einen Hitzeaktionsplan. Die Stadt setze bislang vor allem auf Informationsangebote, Hitzewarnungen über soziale Medien sowie Hinweise zum Verhalten bei hohen Temperaturen.

Als Grund für das fehlende Gesamtkonzept werde genannt, dass die Zuständigkeiten bislang nicht eindeutig geregelt seien und eine konkrete gesetzliche Grundlage fehle.

Statistik zu Hitzetagen und Hitzetoten

Laut Stadtverwaltung seien in Potsdam im Jahr 2025 insgesamt 14 Hitzetage mit Temperaturen über 30 Grad registriert worden. Im Jahr 2024 seien es 22 Hitzetage gewesen.

Für Potsdam selbst lägen aktuell keine Zahlen zu hitzebedingten Todesfällen vor. Landesweit habe das brandenburgische Gesundheitsministerium für das Jahr 2025 insgesamt 21 Hitzetote registriert. In den Jahren zuvor seien die Zahlen teilweise deutlich höher gewesen.

Quelle: PNN