Wie die PNN und die MAZ berichten, habe die Stadtwerke-Tochter Energie und Wasser Potsdam (EWP) den offiziellen Start für ein neues Tiefengeothermie-Projekt auf dem Gelände des Heizkraftwerks Süd bekanntgegeben.

Dort werde nun rund um die Uhr gebohrt. Die erste Bohrung solle Erkenntnisse über die geologischen Schichten und das tatsächliche Wärmepotenzial des Untergrunds liefern. Erste Ergebnisse würden für Ende 2026 erwartet. Auf dieser Grundlage solle anschließend über die weiteren Ausbauschritte entschieden werden.
Bis zu 15.000 Wohnungen könnten mit Erdwärme versorgt werden
Nach Angaben der EWP solle die neue Anlage künftig Wärme für bis zu 15.000 Haushalte bereitstellen. Die MAZ berichtete, dass bei einem erfolgreichen Verlauf der Bohrungen perspektivisch sogar mehr als 20.000 Haushalte versorgt werden könnten.
Geplant seien zunächst zwei Tiefenbohrungen mit Tiefen zwischen 1.500 und 2.000 Metern. Die EWP gehe davon aus, dort auf etwa 40 bis 50 Grad Celsius warmes Wasser zu treffen. Dieses werde an die Oberfläche gefördert, für das Fernwärmenetz weiter erhitzt und anschließend wieder in den Untergrund zurückgeführt.
Energiepark Süd als Herzstück der Wärmewende
Wie die PNN berichten, solle auf dem Gelände des Heizkraftwerks Süd ein umfassender Energiepark entstehen. Neben der Geothermie-Anlage seien dort eine Flusswasserwärmepumpe sowie ein neues Blockheizkraftwerk (BHKW) geplant.
Die Investitionen bezifferte die EWP demnach auf insgesamt rund 180 Millionen Euro. Davon entfielen etwa:
- 78 Millionen Euro auf Geothermie-Bohrungen und Energiezentrale,
- 13 Millionen Euro auf die Flusswasserwärmepumpe,
- 93 Millionen Euro auf das Blockheizkraftwerk und eine Power-to-Heat-Anlage.
Das Blockheizkraftwerk solle Ende 2027 in Betrieb gehen. Die Geothermie-Anlage und die Flusswasserwärmepumpe seien für das Jahr 2028 vorgesehen.
Brandenburgs Wirtschaftsministerin sieht Vorbildcharakter
Zum Bohrstart habe Brandenburgs Wirtschaftsministerin Martina Klement (CSU) das Projekt als bedeutenden Schritt für die Wärmewende bezeichnet. Nach Darstellung der PNN habe sie erklärt, dass die Tiefengeothermie eine wichtige Rolle für eine klimafreundliche Energieversorgung spiele. Die MAZ zitierte sie mit der Aussage, in Potsdam werde „Energiezukunft für das ganze Land Brandenburg“ geschrieben.
Weitere Geothermie-Projekte bereits in Planung
Die neue Anlage sei nicht das einzige Vorhaben dieser Art. Wie beide Zeitungen berichteten, befinde sich bereits eine erste Tiefengeothermie-Anlage an der Heinrich-Mann-Allee im Betrieb. Weitere Standorte seien unter anderem in der Babelsberger Gartenstraße sowie am Lerchensteig vorgesehen.
Nach Angaben der EWP solle der Anteil erneuerbarer Wärme in den kommenden Jahren deutlich steigen. Ziel sei es, langfristig einen Großteil der Potsdamer Fernwärmeversorgung ohne fossile Energieträger sicherzustellen.








