Der Deutsche Mieterbund (DMB) und der Spitzenverband der Wohnungswirtschaft GdW haben die zum 21. Juli 2026 in Kraft getretenen Änderungen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) kritisiert.

Nach Angaben der Verbände seien die Förderbedingungen mit sehr kurzer Vorlaufzeit verändert worden. Dies habe bei Wohnungsunternehmen zu erheblicher Unsicherheit geführt und erschwere die Planung bereits vorbereiteter Investitionsvorhaben.
Beide Organisationen weisen darauf hin, dass energetische Modernisierungen häufig über mehrere Jahre vorbereitet würden und auf verlässliche Förderbedingungen angewiesen seien.
Massive Einschnitte bei Mehrfamilienhäusern
Nach Angaben von DMB und GdW betreffen die Kürzungen insbesondere den vermieteten Mehrfamilienhausbestand. Für Gebäude mit zwölf Wohnungen würden die förderfähigen Kosten beispielsweise von bisher 360.000 Euro auf 153.000 Euro sinken. Dies entspreche einer Reduzierung um rund 57 Prozent.
Die Verbände argumentieren, dass dadurch viele geplante Sanierungsmaßnahmen wirtschaftlich schwerer darstellbar würden. Wohnungsunternehmen müssten Investitionen verschieben oder ihre Planungen anpassen.
Auswirkungen auf Mieterinnen und Mieter befürchtet
Der Deutsche Mieterbund verweist darauf, dass energetische Sanierungen langfristig dazu beitragen könnten, Heizkosten zu senken und den Energieverbrauch von Gebäuden zu reduzieren. Gleichzeitig würden Fördermittel die Höhe der modernisierungsbedingten Kosten beeinflussen, die auf die Miete umgelegt werden könnten.
Aus Sicht des Verbandes könnten die gekürzten Fördermittel dazu führen, dass sich finanzielle Belastungen für Mieterhaushalte erhöhen oder notwendige Sanierungen ausbleiben.
Wohnungswirtschaft sieht Wärmewende gefährdet
Auch der GdW sieht die Kürzungen kritisch. Nach Einschätzung des Verbandes würden insbesondere sozial orientierte Wohnungsunternehmen getroffen, die ihre Bestände klimafreundlich modernisieren und gleichzeitig bezahlbare Mieten sichern wollten.
Der Verband kritisiert zudem, dass sich die Förderung künftig stärker auf besonders hohe Effizienzstandards konzentriere. Viele wirtschaftlich sinnvoll umsetzbare Maßnahmen mit hohen CO₂-Einsparungen würden dadurch weniger unterstützt.
Gemeinsame Forderungen von GdW und Mieterbund
Beide Verbände fordern die Bundesregierung auf, die Förderbedingungen erneut zu überprüfen und anzupassen. Zu den zentralen Forderungen gehören:
- eine höhere Förderkulisse für Mehrfamilienhäuser,
- eine stärkere Berücksichtigung von Mietwohnungen,
- zusätzliche Unterstützung für sozial orientierte Wohnungsunternehmen,
- eine gezielte Förderung energetisch besonders schlechter Gebäude,
- Bestandsschutz für bereits geplante Vorhaben,
- langfristig verlässliche Förderbedingungen.
Nach Auffassung von DMB und GdW seien Klimaschutz, Investitionsfähigkeit und bezahlbares Wohnen nur dann miteinander vereinbar, wenn die Modernisierung des Gebäudebestandes planbar und finanziell tragfähig bleibe.
Bedeutung für die Wohnungswirtschaft
Die Diskussion um die BEG-Förderung betrifft unmittelbar viele Wohnungsunternehmen, die derzeit Investitionen in energetische Modernisierung, Wärmewende und Klimaschutz vorbereiten. Für zahlreiche Projekte sind Fördermittel ein wesentlicher Bestandteil der Finanzierung.
Nach Ansicht der Verbände könne eine verlässliche Förderpolitik entscheidend dazu beitragen, sowohl die Klimaziele im Gebäudesektor als auch die Bereitstellung bezahlbarer Wohnungen zu unterstützen.
Quelle: GdW








