Der GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen habe die europaweite Ausschreibung für die neue Rahmenvereinbarung „Serielles Sanieren 1.0“ veröffentlicht. Wie der Verband mitteilte, sei die Ausschreibung auf der europäischen Vergabeplattform TED bekannt gemacht worden.

Das Vorhaben werde gemeinsam mit dem Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) und der Deutschen Energie-Agentur (dena) entwickelt. Unterstützt werde das Projekt durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie sowie das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen.
Schnellere und besser planbare Gebäudesanierungen
Nach Angaben des GdW solle die Rahmenvereinbarung Wohnungsunternehmen den Zugang zu standardisierten und wirtschaftlich planbaren Sanierungslösungen erleichtern. Durch industrielle Vorfertigung und standardisierte Prozesse könnten energetische Modernisierungen künftig schneller umgesetzt werden.
Ingeborg Esser, Hauptgeschäftsführerin des GdW, habe erklärt, dass serielles Sanieren vom Einzelprojekt in die breite Anwendung überführt werden solle. Standardisierung und Vorfertigung könnten dazu beitragen, Kosten besser kalkulierbar zu machen und knappe Planungs- und Baukapazitäten effizienter einzusetzen.
Großes Potenzial für Klimaschutz und Wohnungsbestand
Auch der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie sehe im seriellen Sanieren einen wichtigen Baustein für die Erreichung der Klimaziele im Gebäudebestand. Nach Einschätzung des Verbandes könnten insbesondere größere Wohnungsbestände und ganze Quartiere von skalierbaren Sanierungskonzepten profitieren.
Die Deutsche Energie-Agentur (dena) verwies zudem auf das wirtschaftliche Potenzial. Nach Angaben der dena seien bislang bereits Investitionen in Höhe von rund zwei Milliarden Euro durch Projekte des seriellen Sanierens ausgelöst worden. Bis zum Jahr 2045 könne das Marktvolumen auf bis zu 500 Milliarden Euro anwachsen.
Vier Regionen und mehrere Sanierungsstandards
Die Ausschreibung umfasst nach Angaben des GdW vier Angebotsregionen sowie vier Fachlose. Dabei geht es um:
- die energetische Sanierung von Außenwänden,
- Sanierungen auf dem Niveau Effizienzhaus 85 (EH85),
- Effizienzhaus 70 (EH70),
- Effizienzhaus 55 (EH55).
Unternehmen könnten sich gezielt auf einzelne Regionen oder Fachlose bewerben. Eine Teilnahme an der gesamten Ausschreibung sei nicht erforderlich.
Wohnungsunternehmen sollen profitieren
Mit der neuen Rahmenvereinbarung sollen Wohnungsunternehmen insbesondere:
- einfacher auf erprobte Sanierungslösungen zugreifen können,
- Vergabe- und Planungsprozesse beschleunigen,
- Kosten, Qualität und Terminplanung verlässlicher kalkulieren können.
Gesucht würden integrierte Gesamtlösungen aus einer Hand, die Planung, Vorfertigung und Umsetzung miteinander verbinden.
Bedeutung für die Wohnungswirtschaft
Vor dem Hintergrund der Klimaziele bis 2045 gewinnt die energetische Modernisierung des Gebäudebestandes zunehmend an Bedeutung. Gleichzeitig stehen viele Wohnungsunternehmen vor der Herausforderung, Klimaschutz mit Wirtschaftlichkeit und bezahlbaren Wohnkosten zu verbinden.
Nach Auffassung des GdW könne das serielle Sanieren dazu beitragen, diese Anforderungen künftig besser miteinander zu vereinbaren und Modernisierungen in größerem Umfang umzusetzen.








