Die Stadt Potsdam biete „sehr gute Voraussetzungen“ für den weiteren Ausbau der Fernwärme.

Zu diesem Ergebnis komme laut den PNN eine Untersuchung des Forschungs- und Beratungsunternehmens Prognos, die kürzlich veröffentlicht worden sei.
Demnach liege der Anteil der Wohnungen, die bereits an Fernwärme angeschlossen seien oder potenziell angeschlossen werden könnten, bei über 50 Prozent. Die Studie bewerte die Voraussetzungen für die Dekarbonisierung der Wärmeversorgung als „gut“, die Bedingungen für den Ausbau der Netzinfrastruktur sogar als „sehr gut“.
Bundesweit könne Fernwärme laut Prognos perspektivisch rund 48 Prozent der Wärmenachfrage decken, während der Anteil aktuell bei etwa zehn Prozent liege. Besonders Kommunen in Ost- und Norddeutschland verfügten über günstige Ausgangsbedingungen, da dort bereits umfangreiche Leitungsnetze vorhanden seien.
Wie die PNN weiter berichteten, habe auch Potsdam bereits konkrete Schritte für den Ausbau unternommen. So hätten die Stadtverordneten kürzlich einen kommunalen Wärmeplan beschlossen, der unter anderem den Ausbau der Fernwärme in Stadtteilen wie Babelsberg und der Brandenburger Vorstadt vorsehe. Konkrete Finanzierungspläne wolle die Stadt im kommenden Jahr vorlegen.
Parallel prüfe die Stadt weitere Optionen zur Wärmeerzeugung. So werde untersucht, ob ein großes Rechenzentrum in Wustermark künftig Energie für die Potsdamer Fernwärme liefern könne. Die Stadtwerke‑Tochter Energie und Wasser Potsdam (EWP) arbeite dazu an einer Machbarkeitsstudie, deren Ergebnisse für 2027 erwartet würden.
Ein zentraler Baustein der Planungen sei die Geothermie. Die erste Tiefengeothermie‑Anlage an der Heinrich‑Mann‑Allee habe ihre erste Wintersaison nach Angaben der EWP ohne größere Störungen absolviert. Die erzeugte Wärme sei unter anderem zur Versorgung eines benachbarten Neubauquartiers der ProPotsdam genutzt worden. Ein zweiter Anlagenbaustein solle im kommenden Jahr ans Netz gehen und künftig auch in das Fernwärmenetz einspeisen.
Darüber hinaus liefen die Vorbereitungen für weitere Tiefenbohrungen im Bereich des Heizkraftwerks. Der ursprünglich für Frühjahr 2026 geplante Start habe sich aufgrund langanhaltender winterlicher Einflüsse verzögert. Nun sei der Beginn der Bohrungen für Anfang Juli 2026 vorgesehen. Nach Angaben der EWP liege der Zeitplan insgesamt weiterhin im vorgesehenen Rahmen.
Die Umsetzung der Projekte sei auch mit Blick auf Fördermittel relevant. Am rechtzeitigen Betriebsbeginn neuer Anlagen hingen Fördermittel in Millionenhöhe für die Energiewende. Über die Finanzierung der Wärmewende habe es im vergangenen Jahr bereits intensive Abstimmungen zwischen Stadt, Stadtwerken und Kommunalpolitik gegeben.
Quelle: PNN








