Fehlerhafte Wasserbescheide: EWP kämpft mit langen Bearbeitungszeiten

Wie die PNN berichteten, hätten im Frühjahr rund 2.000 Potsdamer Haushalte fehlerhafte Wassergebührenbescheide erhalten. Betroffen seien Haushalte mit einem separaten Gartenwasserzähler gewesen.

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Für Gartenwasser falle keine Abwassergebühr an, da dieses Wasser in der Regel nicht in die Kanalisation gelange. Durch einen Kalkulationsfehler seien dennoch fehlerhafte Abschlagspläne erstellt worden.

Nach Angaben der Stadtverwaltung sei auf eine generelle Korrektur der Bescheide verzichtet worden, da es sich lediglich um Vorauszahlungen handele und die tatsächliche Abrechnung erst zum Jahresende erfolge. Haushalte könnten jedoch individuelle Anpassungen ihrer Abschlagsbeträge beantragen.

Bearbeitung dauert derzeit durchschnittlich 50 Tage

Wie die PNN weiter berichteten, gerate der Kundenservice der EWP dabei an seine Kapazitätsgrenzen. Mehrere Betroffene hätten von langen Wartezeiten berichtet.

Ein Unternehmenssprecher habe gegenüber der Zeitung erklärt, dass die durchschnittliche Bearbeitungszeit in der Sparte Wasser aktuell bei rund 50 Tagen liege. Seit Inkrafttreten der neuen Wasser- und Abwassergebührensatzung seien rund 1.100 Kundenanfragen zu den Vorauszahlungsbescheiden eingegangen.

Ende Juli seien nach Angaben des Unternehmens noch etwa 200 Vorgänge in Bearbeitung gewesen.

Neue Software sorgt weiterhin für Herausforderungen

Die EWP führe die langen Bearbeitungszeiten laut PNN unter anderem auf die Umstellung auf ein neues Abrechnungssystem zurück. Die neue Software sei 2025 eingeführt worden, nachdem der Support für das bisherige System ausgelaufen sei.

Zudem unterliege die Wasserabrechnung besonderen rechtlichen Vorgaben, da die EWP in diesem Bereich im Auftrag der Landeshauptstadt Potsdam tätig sei. Dadurch seien die Abläufe komplexer als in den Bereichen Strom, Gas oder Fernwärme.

Kundenservice soll verstärkt werden

Nach Angaben des Unternehmens sei das Team im Kundenservice inzwischen personell verstärkt worden. Gleichzeitig würden gemeinsam mit dem Softwareanbieter weitere Optimierungen vorgenommen, um die Bearbeitungszeiten künftig zu verkürzen.

Die EWP gehe davon aus, dass die aktuell offenen Anfragen in den kommenden Wochen bearbeitet werden könnten. Zugleich entschuldige sich das Unternehmen für die entstandenen Unannehmlichkeiten.

Wassergebühren bleiben weiter Diskussionsthema

Die fehlerhaften Abschlagsbescheide treffen auf eine ohnehin angespannte Debatte um die Wasser- und Abwassergebühren in Potsdam. Erst im Frühjahr hatte die Stadtverordnetenversammlung rückwirkend höhere Gebühren beschlossen.

Für viele betroffene Haushalte führen die fehlerhaften Bescheide und die langen Bearbeitungszeiten nun zu zusätzlichem Klärungsbedarf. Die EWP kündigte an, die Erfahrungen aus dem ersten Jahr mit dem neuen Abrechnungssystem auszuwerten und die Prozesse weiter anzupassen.

Quelle: PNN