Club 18 am Stern bleibt geschlossen: Wiedereröffnung frühestens 2027

Der Jugendclub „Club 18“ im Potsdamer Stadtteil Am Stern bleibe voraussichtlich bis Anfang 2027 geschlossen.

Wie die MAZ berichtete, sei ursprünglich geplant gewesen, den offenen Betrieb bereits im September 2026 wiederaufzunehmen. Nach Angaben der Stadtverwaltung sei eine Wiedereröffnung nun frühestens im Januar 2027 möglich.

Ein reguläres Angebot der offenen Kinder- und Jugendarbeit finde in der Einrichtung bereits seit mehr als einem Jahr nicht mehr statt. Hintergrund seien laut MAZ unter anderem personelle Engpässe, wiederholte Gewaltvorfälle unter Jugendlichen und Bedrohungen von Mitarbeitenden gewesen.

Stadt sucht neuen Träger für die Einrichtung

Die Zusammenarbeit zwischen dem Potsdamer Jugendamt und dem bisherigen Träger, der Independent-Living-Stiftung, sei zum 31. August 2026 einvernehmlich beendet worden. Nach Darstellung der Stadt habe sich die Stiftung entschieden, ihre Arbeit künftig stärker auf andere Handlungsfelder zu konzentrieren.

Ein neuer Träger sei bislang nicht gefunden worden. Vor den Sommerferien habe die Stadt eine erste Abfrage unter grundsätzlich infrage kommenden Organisationen durchgeführt. Dabei hätten lediglich zwei Träger Interesse bekundet.

Die eingereichten Konzepte hätten die vorab formulierten Anforderungen nach Angaben der Verwaltung weitgehend erfüllt. Dennoch wolle die Stadt bis Mitte Oktober weitere Bewerbungen berücksichtigen. Dafür sei der konzeptionelle Rahmen des Auswahlverfahrens erweitert worden. Die Verwaltung erhoffe sich davon eine langfristig tragfähige Lösung, die den Bedürfnissen der Kinder und Jugendlichen entspreche.

Neues Schutzkonzept soll Konflikte berücksichtigen

Die Erfahrungen aus dem bisherigen Betrieb sollten ausdrücklich in die Auswahl des neuen Trägers und die künftige Gestaltung der Jugendarbeit einfließen. Gefordert würden unter anderem ein belastbares Schutzkonzept, eine fachliche Begleitung konfliktreicher Situationen sowie klare Verfahren für den Umgang mit Gewalt und Auseinandersetzungen.

Für den künftigen Betrieb des Jugendclubs seien derzeit zwei Personalstellen vorgesehen.

Einzelne Nutzungen im Gebäude weiterhin möglich

Bis zur Auswahl eines neuen Trägers kümmere sich der kommunale Sozialträger Kubus um die Bewirtschaftung des Gebäudes. Dadurch könnten in den Räumen weiterhin einzelne Kurse, Gruppenangebote und Treffen stattfinden.

Ein reguläres pädagogisches Angebot der offenen Kinder- und Jugendarbeit sei damit nach Angaben der Stadtverwaltung jedoch nicht verbunden. Kinder und Jugendliche könnten die Einrichtung daher derzeit nicht in der früheren Form als frei zugänglichen Treffpunkt nutzen.

Größter Jugendclub der Landeshauptstadt

Der Club 18 verfüge laut MAZ über 182 Plätze und sei damit der größte Jugendclub Potsdams. Zugleich sei er der einzige reine Jugendclub im Stadtteil Am Stern, in dem rund 17.000 Menschen lebten.

Der Standort werde bereits seit DDR-Zeiten für die Jugendarbeit genutzt. Der heutige Name erinnere an die damalige Anschrift des Jugendtreffs in der Dobrowolskistraße 18.

Mit der erneuten Verzögerung fehle dem einwohnerstärksten Potsdamer Stadtteil weiterhin ein regulär geöffneter Jugendclub. Die Auswahl eines geeigneten Trägers und die Entwicklung eines tragfähigen Schutz- und Betriebskonzepts seien deshalb entscheidend für eine dauerhafte Wiederaufnahme der offenen Kinder- und Jugendarbeit.

Quelle: MAZ