Wie die MAZ berichtete, wolle die CDU‑Fraktion in der Potsdamer Stadtverordnetenversammlung verstärkt gegen illegale Müllablagerungen vorgehen und schlage dafür die Einführung sogenannter „Mülldetektive“ vor.

Über einen entsprechenden Antrag solle am Mittwoch in der Stadtverordnetenversammlung entschieden werden.
Hintergrund seien nach Angaben der CDU weiterhin bestehende Probleme mit wild entsorgtem Sperrmüll wie alten Sofas, Haushaltsgeräten oder Wäscheständern. Im vergangenen Jahr habe die städtische Müllabfuhr rund 270 Tonnen illegal abgelagerten Mülls beseitigt. CDU‑Fraktionschef Clemens Viehrig erklärte laut MAZ, frühere Maßnahmen hätten aus Sicht seiner Fraktion keine ausreichende Wirkung entfaltet. Die illegalen Müllansammlungen seien für viele Bürgerinnen und Bürger ein Ärgernis und regelmäßig Thema in Gesprächen mit der CDU.
Spezialeinheit soll ermitteln und vorbeugen
Der Antrag sehe die Einrichtung einer speziellen Außendiensteinheit vor, die sowohl repressiv als auch präventiv tätig sein solle. Zu ihren Aufgaben würden demnach Kontrollen, die Sicherung von Hinweisen, die Verfolgung von Ordnungswidrigkeiten sowie die Identifizierung besonders belasteter Stadtgebiete gehören. Ziel sei es, Verursacher zu ermitteln, Bußgelder zu verhängen und so einen abschreckenden Effekt zu erzielen.
Zudem solle ein Konzept erarbeitet werden, das kläre, wie viel Personal notwendig sei und wie die Zusammenarbeit mit der Stadtentsorgung Potsdam (STEP), dem kommunalen Wohnungsunternehmen ProPotsdam sowie den Ortsbeiräten ausgestaltet werden könne. Die Verwaltung solle den zuständigen Ausschüssen bis Juni einen umsetzbaren Vorschlag vorlegen.
Viehrig argumentierte laut MAZ, dass bislang ein nachhaltiger Lerneffekt ausbleibe, wenn illegaler Müll regelmäßig entsorgt werde, ohne dass Konsequenzen für die Verursacher folgten. Dabei verweise die CDU auch auf bestehende Angebote der Stadt, etwa die kostenlose Sperrmüllentsorgung, die jedoch nicht von allen konsequent genutzt werde.
Rückläufige Zahlen – aber weiter Handlungsbedarf?
Zwar zeigten die offiziellen Zahlen, dass die Menge illegal entsorgter Abfälle zuletzt rückläufig gewesen sei. Nach Angaben der Stadtverwaltung seien im Jahr 2025 rund 267 Tonnen herrenloser Müll beseitigt worden, im Vorjahr seien es noch 296 Tonnen gewesen. Auch landesweit sei ein Rückgang zu verzeichnen: In Brandenburg seien 2024 rund 5.033 Tonnen illegal entsorgter Abfälle beseitigt worden, etwa 240 Tonnen weniger als im Jahr zuvor.
Für die CDU sei diese Entwicklung jedoch kein ausreichender Fortschritt. Viehrig betonte laut MAZ, dass es zwar eine Verbesserung gebe, das Niveau aber weiterhin nicht akzeptabel sei. Zudem wies das brandenburgische Umweltministerium darauf hin, dass die Kosten für die Entsorgung, rund zwei Millionen Euro im Jahr, über die Abfallgebühren auf die Allgemeinheit umgelegt würden und damit alle Bürgerinnen und Bürger träfen.
Vorbild andere Städte – Kritik bleibt möglich
Als Vorbild nannte die CDU laut MAZ andere Städte wie Leipzig, wo ähnliche Einheiten bereits im Einsatz seien und sich nach Angaben der Fraktion teilweise selbst finanzierten, da zahlreiche Bußgelder eingetrieben würden. Perspektivisch brachte Viehrig auch neue Konzepte ins Spiel, etwa zentrale Abstellflächen oder kleinere Sperrmüllplätze an bestehenden Müllinseln in Wohngebieten.
Ob der Vorschlag der „Mülldetektive“ eine Mehrheit findet, bleibt offen. Klar sei laut MAZ jedoch, dass die Debatte um Sauberkeit, Ordnung und Verantwortung im öffentlichen Raum in Potsdam weiter an Bedeutung gewinne, auch vor dem Hintergrund, dass die objektiven Müllmengen zwar sinken, das subjektive Ärgernis vielerorts aber bestehen bleibe.
Quelle: MAZ








