Campus Schlaatz: Stadt muss künftig öffentlich informieren

Wie die MAZ und die PNN berichten, habe die Potsdamer Stadtverordnetenversammlung beschlossen, dass die Stadtverwaltung künftig umfassender über den geplanten „Campus Schlaatz“ informieren müsse.

Foto: Bürgerhaus am Schlaatz

Breite politische Mehrheit für Bürgerversammlung

Demnach hätten die Stadtverordneten am 6. Juli 2026 mit großer Mehrheit entschieden, dass nach Abschluss zentraler Planungsschritte eine öffentliche Informationsveranstaltung durchgeführt werden solle.

Der entsprechende Antrag sei von einer ungewöhnlich breiten Mehrheit aus mehreren Fraktionen eingebracht worden, darunter SPD, CDU, Grüne, Linke, BfW und FDP. Ziel sei es, die Bürgerinnen und Bürger aktiv über die Ergebnisse des Architektenwettbewerbs und die weiteren Schritte zu informieren.

Hintergrund: Kritik an fehlender Beteiligung

Ausgelöst worden sei die Entscheidung durch Kritik aus dem Stadtteil selbst. Der Stadtteilrat Schlaatz habe demnach wiederholt gefordert, die Planungen öffentlich zu diskutieren.

Bislang habe der zuständige Kommunale Immobilienservice (KIS) argumentiert, dass die Beteiligung ausreichend gewesen sei und die Entwürfe im Bürgerhaus ausgestellt worden seien. Diese Form der Information habe jedoch aus Sicht vieler Beteiligter nicht ausgereicht.

So werde laut MAZ kritisiert, dass eine reine Ausstellung keinen echten Dialog ermögliche und viele Fragen, etwa zu Bauabläufen, Nutzung während der Bauzeit oder möglichen Belastungen, unbeantwortet blieben.

Großprojekt für den Potsdamer Süden

Der geplante Campus gilt als eines der zentralen Bauprojekte im Stadtteil Schlaatz. Auf dem rund 1,6 Hektar großen Areal sollen die Weidenhof-Grundschule, das Bürgerhaus und weitere Gebäude zu einem Bildungs- und Integrationsstandort weiterentwickelt werden.

In den Berichten werde der Campus als „Herzstück des Masterplans Schlaatz 2030“ und als eines der wichtigsten Projekte für den Potsdamer Süden bezeichnet.

Informationsveranstaltung nach Abschluss der Planungen

Die Bürgerversammlung solle laut PNN erst dann stattfinden, wenn konkrete Ergebnisse aus dem Vergabeverfahren vorlägen. Dies werde voraussichtlich im vierten Quartal 2026 der Fall sein.

Mit diesem Zeitpunkt könne die Verwaltung nicht nur Planungsentwürfe vorstellen, sondern auch belastbare Aussagen zur Umsetzung, zum Bauablauf und zu den Auswirkungen für das Quartier treffen.

Signal für mehr Transparenz in der Stadtentwicklung

Der Beschluss werde als deutliches Signal gewertet, dass die Stadtverordnetenversammlung auf mehr Transparenz und Beteiligung bei großen Stadtentwicklungsprojekten setze.

Gerade bei einem Projekt dieser Größenordnung sei es nach Einschätzung der Politik wichtig, frühzeitig den Dialog mit den Menschen vor Ort zu suchen und offene Fragen zu klären.

Quellen: MAZ, PNN