Wie die Landeshauptstadt Potsdam mitteilte, seien im Rahmen des Dialogs zum Haushalt 2027/28 insgesamt 707 Vorschläge eingereicht worden.

Diese seien in der ersten Phase des Beteiligungsverfahrens mehr als 25.700 Mal unterstützt und über 560 Mal kommentiert worden. Rund 2.200 Menschen hätten sich an der Vorschlagssammlung beteiligt.
Ein Redaktionsteam aus Bürgerinnen und Bürgern, Mitgliedern der Stadtverordnetenversammlung und Mitarbeitenden der Verwaltung habe die Vorschläge anschließend geprüft, ähnliche Ideen zusammengeführt und daraus die sogenannte „TOP 40 – Liste der Vorschläge der Bürgerinnen und Bürger“ erarbeitet.
Von günstigeren Tickets bis mehr Stadtgrün
Die ausgewählten Vorschläge zeigen eine große thematische Bandbreite. Im Bereich der Ausgaben gehören unter anderem folgende Ideen zur engeren Auswahl:
- Sportförderung sichern und Sportstätten besser nutzen,
- Kinder- und Jugendarbeit erhalten und ausbauen,
- Preise für Bus und Bahn senken,
- Faire Mieten und bezahlbares Wohnen fördern,
- Mehr Bäume und Begrünung für Potsdam,
- Wildblumenwiesen und naturnahe Grünflächen schaffen,
- Solaranlagen und Dachbegrünung auf städtischen Gebäuden,
- Geh- und Radwege ausbauen,
- Öffentliche Toiletten erweitern,
- Trinkwasserbrunnen und Cooling-Points ausbauen,
- Rechenzentrum erhalten und sanieren.
Auch die Modernisierung des Bürgertreffs und der Zweigbibliothek Waldstadt sowie die Entwicklung des Platzes der Einheit als Begegnungsort haben es auf die Vorschlagsliste geschafft.
Vorschläge zur Finanzierung des Haushalts
Neben Ausgabenvorschlägen wurden auch zahlreiche Ideen zur Finanzierung und Haushaltssicherung ausgewählt. Dazu zählen unter anderem:
- Senkung von Energiekosten bei der Stadtbeleuchtung,
- Reduzierung von Verwaltungs- und Lizenzkosten,
- Verkleinerung des Fuhrparks der Stadtverwaltung,
- Höhere Zweitwohnungssteuer,
- Höhere Einnahmen aus Parkgebühren,
- Stärkere Beteiligung des Tourismus an städtischen Kosten,
- Erhöhung der Hundesteuer,
- Zusätzliche Abgaben für unbebaute Baugrundstücke,
- Anpassungen bei der Finanzierung von Kultur- und Museumseinrichtungen.
Abstimmung startet im September
Wie die Stadt weiter mitteilte, würden die Fachbereiche der Verwaltung nun zu allen 40 Vorschlägen Einschätzungen zu Umsetzbarkeit, Kosten und zeitlichem Rahmen erarbeiten.
Die zweite Abstimmungsphase beginnt am 7. September 2026 und läuft bis zum 8. November 2026. Teilnahmeberechtigt seien alle Einwohnerinnen und Einwohner mit Haupt- oder Nebenwohnsitz in Potsdam.
Pro Themenbereich können jeweils bis zu fünf Stimmen vergeben werden.
20 Vorschläge gehen an die Stadtverordnetenversammlung
Die 20 Vorschläge mit der größten Unterstützung sollen Anfang Dezember 2026 gemeinsam mit dem Entwurf des Doppelhaushalts 2027/28 an die Stadtverordnetenversammlung übergeben werden. Dort werden sie beraten und in die politischen Entscheidungen zum zukünftigen Haushalt einbezogen.
Mit dem Bürgerhaushalt möchte die Landeshauptstadt den direkten Einfluss der Stadtgesellschaft auf kommunale Prioritäten stärken und zugleich sichtbar machen, welche Themen den Menschen in Potsdam besonders wichtig sind.
Quelle: LHP








