Bevölkerungsprognose bis 2040 zeigt moderates Wachstum

Die Landeshauptstadt Potsdam habe eine neue kleinräumige Bevölkerungsprognose für den Zeitraum 2025 bis 2040 vorgestellt.

Die Friedrich-Ebert-Straße in der Potsdamer Innenstadt mit Blick auf das Nauener Tor. Foto: LHP/Robert Schnabel

Demnach werde Potsdam bis Ende 2040 um rund 12.300 Einwohnerinnen und Einwohner wachsen und damit die Marke von 200.000 Personen überschreiten. Dies entspräche einem moderaten Plus von 6,6 Prozent. Oberbürgermeisterin Noosha Aubel habe betont, dass die Prognose eine wichtige Grundlage für Fachplanungen wie die integrierte Kita- und Schulentwicklungsplanung darstelle.

Moderateres Wachstum als früher erwartet

Die Berechnungen basierten auf der Einwohnerzahl vom 31. Dezember 2024 (187.820 Personen) und berücksichtigten aktuelle Entwicklungen. Die Stadt gehe davon aus, dass das Wachstum deutlich geringer ausfallen werde als in früheren Prognosen: Die Vorausberechnung aus dem Jahr 2020 habe Potsdam 2040 noch bei fast 218.000 Einwohnern gesehen.

Zunehmende negative natürliche Bevölkerungsentwicklung

Seit 2020 verzeichne Potsdam eine negative natürliche Bevölkerungsentwicklung, also mehr Sterbefälle als Geburten. Dieser Trend werde sich verstärken. Grund seien unter anderem die kleineren Elterngenerationen infolge der niedrigen Geburtenzahlen in den frühen 1990er-Jahren sowie ein deutlicher Rückgang der Geburten seit 2022. Die zusammengefasste Geburtenziffer sei 2024 auf nur noch 1,08 Kinder pro Frau gefallen und werde sich laut Annahmen erst ab 2035 langsam auf etwa 1,3 stabilisieren.

Wachstum weiterhin durch Zuzug – aber abgeschwächt

Potsdams Bevölkerungszuwachs werde weiterhin durch positive Außenwanderung entstehen. Allerdings gehe die Stadt von einem rückläufigen Nettozuzug aus, da die Zahl der Zuzüge seit Ende der 2010er-Jahre sinke.

Einfluss der Neubautätigkeit

Neubauprojekte spielten eine zentrale Rolle für die Bevölkerungsentwicklung. Je nach Baufortschritt könnten:

  • 4.100 Personen kurzfristig (2025–2027),
  • 9.900 Personen mittelfristig (2028–2031) und
  • 14.500 Personen langfristig (2032–2040)

eine Neubauwohnung beziehen. Besonders bedeutsam sei das Entwicklungsgebiet Krampnitz, das perspektivisch Wohnraum für rund 10.400 Menschen bieten werde. Das stärkste Bevölkerungswachstum werde in den frühen bis mittleren 2030er-Jahren erwartet.

Altersstruktur verändert sich deutlich

Bis 2040 werde das Durchschnittsalter Potsdams von 43,3 auf 45,2 Jahre steigen. Besonders stark wachse die Gruppe der Menschen ab 65 Jahren (+22,1 %). Auch die Zahl der Hochaltrigen ab 80 Jahren werde langfristig zunehmen.

Gleichzeitig seien sehr unterschiedliche Entwicklungen innerhalb der Altersgruppen zu erwarten, beispielsweise:

  • +13,8 % bei jungen Erwachsenen (19–25 Jahre),
  • ein vorübergehender Anstieg der Jugendlichen bis 2031, danach deutlicher Rückgang,
  • weniger Kinder unter 12 Jahren bis Mitte der 2030er-Jahre, danach leichte Erholung.

Stark differenzierte Entwicklungen in den Planungsräumen

Während einige Planungsräume, etwa Potsdam West, Drewitz, Kirchsteigfeld oder Hauptbahnhof/Brauhausberg, durch Neubau Einwohnerzuwächse verzeichnen würden, seien in anderen Räumen wie Bornstedt oder der Brandenburger Vorstadt Rückgänge zu erwarten. Insgesamt könnten viele Quartiere im Zeitverlauf Phasen von Wachstum, Stagnation und Rückgang durchlaufen.

Prognose als Szenario, nicht als Vorhersage

Die Stadt betone, dass es sich um eine Wenn-Dann-Prognose handle und nicht um eine exakte Vorhersage. Angesichts wirtschaftlicher, politischer und gesellschaftlicher Unsicherheiten seien langfristige Entwicklungen nur bedingt vorhersehbar. Die Daten würden regelmäßig mit den tatsächlichen Einwohnerzahlen abgeglichen.

Quelle: LHP