Wie der Bundesverband der Berlin-Brandenburgischen Wohnungsunternehmen (BBU) berichtet, seien die Betriebskosten 2024 in Berlin und Brandenburg erneut deutlich gestiegen.

Grundlage der Analyse sind Daten aus rund 980.000 Wohnungen, wodurch ein repräsentatives Bild für die Region entstehe.
Energiekosten als Haupttreiber
Den größten Einfluss auf die Kostenentwicklung hätten laut BBU die warmen Betriebskosten gehabt.
Als wesentliche Ursachen würden genannt:
- der Wegfall der staatlichen Energiepreisbremsen zum Jahresende 2023
- die Rückkehr zum regulären Mehrwertsteuersatz von 19 % auf Fernwärme und Erdgas
- allgemein gestiegene Marktpreise für Energie
Diese Faktoren hätten dazu geführt, dass sich die tatsächlichen Energiepreise stärker in den Abrechnungen widerspiegeln würden.
Berlin: Moderater, aber spürbarer Anstieg
Für das Jahr 2024 würden in Berlin folgende Entwicklungen ausgewiesen:
- +12,5 % bei warmen Betriebskosten
- +2,0 % bei kalten Betriebskosten
- insgesamt rund +5,9 % höhere Betriebskosten
Im Durchschnitt lägen die gesamten Betriebskosten damit bei etwa 3,35 €/m² pro Monat.
Beispielrechnung Berlin
Für eine Musterwohnung mit 62 m² würden sich folgende Jahreswerte ergeben:
- 2023: ca. 2.351 €
- 2024: ca. 2.489 €
- +138 € pro Jahr
Dabei machten die Heizkosten mit über 40 % Anteil den größten Kostenblock aus.
Brandenburg: Deutlich stärkere Dynamik
In Brandenburg sei die Entwicklung noch ausgeprägter:
- +23,1 % bei warmen Betriebskosten
- +5,8 % bei kalten Betriebskosten
- insgesamt rund +13,3 % höhere Betriebskosten
Die durchschnittlichen Gesamtkosten lägen damit bei etwa 3,03 €/m² pro Monat.
Beispielrechnung Brandenburg
Für eine Musterwohnung mit 60 m² werde folgende Entwicklung beschrieben:
- 2023: ca. 1.921 € jährlich
- 2024: ca. 2.179 € jährlich
- +257 € pro Jahr
Auch hier dominierten die Heiz- und Warmwasserkosten mit rund 47,6 % Anteil die Gesamtbelastung.
Regionale Unterschiede deutlich sichtbar
Laut Auswertung würden sich innerhalb der Regionen markante Unterschiede zeigen:
- Im Berliner Umland sei der stärkste Anstieg der Heizkosten zu verzeichnen (+26,4 %)
- Auch im weiteren Metropolenraum hätten die Kosten deutlich zugelegt
- Unterschiede ergäben sich insbesondere durch den Anteil von Fernwärme und bestehende Lieferverträge
Entlastung bei Kabelkosten
Eine Ausnahme in der Entwicklung bilde die Kostenposition Kabel/Antennenanschluss, die 2024 gesunken sei.
Grund sei eine gesetzliche Änderung: Seit 1. Juli 2024 dürften diese Kosten nicht mehr als Betriebskosten umgelegt werden. Das habe den Anstieg der „kalten“ Betriebskosten etwas abgefedert.
Prognose für 2025: Weiterer Anstieg erwartet
Für das Jahr 2025 rechne der BBU mit einem weiteren Kostenanstieg, allerdings mit geringerer Dynamik:
- Berlin: etwa +4,8 %
- Brandenburg: etwa +5,1 %
Als Treiber würden weiterhin steigende Energiepreise sowie Kostensteigerungen im Dienstleistungsbereich (z. B. Hauswart, Reinigung, Versicherungen) gesehen.
Die Auswertung verdeutliche, dass die Betriebskosten 2024 erneut deutlich gestiegen seien, insbesondere durch die Entwicklung der Energiepreise.
Während Berlin vergleichsweise moderat betroffen sei, treffe es Brandenburg stärker. Insgesamt zeige sich, dass die Betriebskosten weiterhin ein zentrales Thema für Mieterinnen und Mieter sowie für die Wohnungswirtschaft bleiben würden.
Quelle: BBU








