Bauturbo zeigt erste Wirkung

Die Landeshauptstadt Potsdam hat im Ausschuss für Stadtentwicklung, Bauen und ländliche Entwicklung eine erste Bilanz zum seit Ende 2025 geltenden „Bauturbo“ vorgestellt.

Luftbild von Kai Vogel (Pixabay)

Ziel der bundesweiten Regelung sei es, Genehmigungsverfahren zu beschleunigen und dringend benötigten Wohnraum schneller zu schaffen. Potsdam habe im Dezember 2025 einen eigenen Grundsatzbeschluss gefasst, um das Instrument lokal anzuwenden.

Oberbürgermeisterin Noosha Aubel erklärte laut Mitteilung, die bisherigen Ergebnisse seien „ermutigend“. Die beschleunigten Verfahren würden zeigen, dass „der Bauturbo in Potsdam funktionieren könne“, ohne die städtebauliche Qualität oder Bürgerbeteiligung aus dem Blick zu verlieren. Auch Baubeigeordneter Bernd Rubelt betonte, Potsdam benötige weiterhin dringend Wohnraum, und die in Prüfung befindlichen Flächen könnten eine Größenordnung von 2.000 bis 3.000 Wohnungen erreichen.

Seit dem Inkrafttreten des Gesetzes am 30. Oktober 2025 seien 14 Vorhaben positiv beschieden und 23 Anträge abgelehnt worden. Die genehmigten Projekte ermöglichten die Schaffung von 86 neuen Wohnungen. Die Bandbreite der Vorhaben reiche vom Umbau bestehender Gebäude im Campus Jungfernsee, über veränderte Wohnanteile in einem Mischgebiet in Groß Glienicke, bis hin zu rund 30 neuen Wohnungen auf brachliegenden Flächen an der Berliner Straße.

Einige Projekte seien hingegen abgelehnt worden, etwa Vorhaben an der Berliner Straße, die die Entwicklung des Ernst‑von‑Bergmann‑Klinikums hätten beeinträchtigen können, sowie ein Konzept für Mikro‑Appartements auf Gewerbeflächen am Jungfernsee.

Die Stadt ruft Investoren dazu auf, Projekte weiterhin frühzeitig in Vorberatungen einzubringen. Dieses Angebot werde bereits intensiv genutzt. Parallel prüfe die Verwaltung, ob im Rahmen laufender Bebauungsplanverfahren auch vorzeitig Genehmigungen für Wohnungsbau erteilt werden könnten.

Als Beispiele nennt die Stadt:

  • Im Kirchsteigfeld könnten bereits vor der Fertigstellung der Südanbindung 400 bis 500 Wohnungen entstehen.
  • Am Horstweg wären bis zu 600 Wohnungen möglich.
  • Zwischen Kirschallee und Habichtweg bestehe im Rahmenplan Bornim‑Bornstedt Potenzial für bis zu 400 weitere Einheiten.

Eine zentrale Grundlage für beschleunigte Verfahren seien die in den vergangenen Jahren erarbeiteten Rahmenpläne für Stadt- und Ortsteile. Wenn diese bereits unter Beteiligung der Öffentlichkeit beschlossen seien, könnten Bauvorhaben auch ohne Bebauungsplan schneller genehmigt werden. Vorhabenträger müssten im Gegenzug Planungsaspekte eigenständig klären, die sonst Teil eines B‑Plan‑Verfahrens wären.

Zudem werde laut Ausschuss ein möglicher Anpassungsvorschlag geprüft: Bei kleineren Bauvorhaben unter 450 Quadratmetern Wohnfläche solle künftig auf den Abschluss städtebaulicher Verträge verzichtet werden. Dies solle sowohl Antragstellende als auch die Verwaltung entlasten.

Quelle: LHP