Die MAZ berichtet über neue Überlegungen zur Entwicklung des Gewerbeareals am Aradosee. Masterstudenten des Studiengangs Real Estate Management der TU Berlin hätten vier Machbarkeitsstudien für das Privatgelände am Schlaatzweg erarbeitet und vorgestellt.

Potsdams Baubeigeordneter Bernd Rubelt und Stadtplanungschef Erik Wolfram hätten die Arbeiten positiv bewertet. Nach jahrelangen Diskussionen um einen möglichen Wohnungsbau auf dem Grundstück könne damit Bewegung in die Entwicklung des Areals kommen.
Die vier Konzepte würden sehr unterschiedliche Nutzungen vorsehen. Ein Entwurf gehe von einer weitgehenden Bebauung mit bis zu 438 rund 20 Quadratmeter großen Studentenapartments aus. Die Wirtschaftlichkeitsberechnung zeige allerdings, dass ein Großteil der Wohnungen nur bei vergleichsweise hohen Mieten realisierbar wäre. Genannt worden sei eine Warmmiete von rund 30 Euro je Quadratmeter beziehungsweise etwa 680 Euro monatlich bei einem angenommenen Einzug im Jahr 2031.
Ein zweites Konzept sehe 165 Apartments sowie 15 Wohngemeinschaften für Studierende und Auszubildende vor. Ergänzt werden solle das Wohnen durch einen Handwerkerhof und kleinere Gewerbeflächen. Damit könnten auch heute auf dem Grundstück ansässige Unternehmen weiterhin dort ihren Standort haben.
Die beiden weiteren Entwürfe kämen ohne Wohnungsbau aus und seien deshalb nach derzeitiger Rechtslage leichter umsetzbar. Vorgeschlagen werde unter anderem eine Sportanlage mit zehn Indoor- und drei Outdoor-Plätzen für Padel. Ein weiteres Gebäude am See könne ein Fitnessstudio, Gastronomie mit Seeterrasse und Co-Working-Flächen aufnehmen.
Besondere Aufmerksamkeit habe ein Konzept für ein kleines Rechenzentrum gefunden. Dessen Abwärme könne für eine Algenzucht und eine Aquaponik-Anlage genutzt werden. Offen sei allerdings, ob der Energieversorger EWP die dafür erforderliche Leistung von zehn Megawatt am Standort bereitstellen könne.
Die studentischen Arbeiten könnten nach Einschätzung der Stadtverwaltung nun eine neue Diskussion über das Areal anstoßen. Wohnungsbau sei dort bislang unter anderem wegen der schmalen Zufahrt und der benachbarten Gewerbenutzungen ausgeschlossen worden. Angesichts der vorgelegten Konzepte könne nach Angaben Rubelts jedoch über eine Neubewertung gesprochen werden.
Quelle: MAZ








