47 % mehr Wohnungsbaugenehmigungen in Potsdam

Destatis: Bundesweit 2025 vor allem Plus bei Ein- und Mehrfamilienhäusern

Baustellenansicht mit Kränen
Foto: Pixabay/Jürgen Rübe

Im Jahr 2025 wurde in Deutschland der Bau von 238.500 Wohnungen genehmigt. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) nach vorläufigen Ergebnissen mitteilt, waren das 10,8 % oder 23.200 Wohnungen mehr als im Jahr 2024, als die Zahl genehmigter Wohnungen auf den niedrigsten Stand seit 2010 gesunken war. Damit stieg die Zahl der Baugenehmigungen für Wohnungen im Jahr 2025 erstmals seit 2021 wieder an. Für Potsdam wurden nach einem Bericht in den PNN 1119 Wohnungen genehmigt – 47 Prozent mehr als im Vorjahr und damit deutlich über dem Bundesschnitt.

In den Ergebnissen sind sowohl die Baugenehmigungen für Neubauwohnungen enthalten als auch die Baugenehmigungen für Wohnungen, die durch den Umbau bestehender Gebäude entstehen. Die Zahl der gemeldeten Baugenehmigungen ist ein wichtiger Frühindikator für die zukünftige Bauaktivität.

Die Zahl der genehmigten Wohnungen im Neubau stieg im Jahr 2025 um 12,6 % oder 22.100 gegenüber dem Vorjahr auf 198.100. Die Zahl genehmigter Wohnungen, die durch den Umbau bestehender Gebäude entstehen, stieg im selben Zeitraum deutlich schwächer um 2,7 % oder 1000 auf 40.400.

Aufwärtstrend bei Ein- und Mehrfamilienhäusern

In neu zu errichtenden Wohngebäuden wurden im Jahr 2025 insgesamt 194.200 Wohnungen genehmigt, das waren 13,2 % oder 22.600 mehr als im Vorjahr. Dabei entwickelten sich die einzelnen Gebäudearten unterschiedlich.

So stieg die Zahl der Baugenehmigungen für neue Einfamilienhäuser im Vorjahresvergleich deutlich um 17,2 % (+6 500) auf 44.500. Dieser Anstieg gegenüber dem Vorjahresniveau erstreckte sich über das gesamte Jahr 2025. Bei den neu genehmigten Zweifamilienhäusern blieb die Zahl mit 12.600 (-1,1 % oder -100) dagegen auf dem niedrigen Niveau des Vorjahres. Zusammen machten die im Allgemeinen von Privatpersonen errichteten Ein- und Zweifamilienhäuser 28,8 % der im Jahr 2025 genehmigten Neubauwohnungen aus.

In neuen Mehrfamilienhäusern, der zahlenmäßig stärksten und vorrangig von Unternehmen errichteten Gebäudeart, genehmigten die Bauaufsichtsbehörden 128.100 Wohnungen im Jahr 2025. Das waren 12,1 % (+13.900) mehr als im Vorjahr und 64,6 % aller im Jahr 2025 in Deutschland genehmigten Neubauwohnungen. Dieser Anstieg bei den Mehrfamilienhäusern zeigte sich ab der zweiten Jahreshälfte.

Weiterhin stieg die Zahl der genehmigten Wohnungen in neuen Wohnheimen im Jahr 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 34,2 % (+2 300) auf 9 100.
In neuen Nichtwohngebäuden wurden im Jahr 2025 insgesamt 3 900 Wohnungen genehmigt, das waren 10,3 % (-400) weniger als im Jahr zuvor. Hierunter fallen zum Beispiel Hausmeisterwohnungen in Schulgebäuden oder Wohnungen in Innenstadtlagen über Gewerbeflächen.

Als Umbaumaßnahme in bestehenden Wohn- und Nichtwohngebäuden wurden 2025 insgesamt 40.400 Wohnungen genehmigt, das waren 2,7 % oder 1000 Wohnungen mehr als im Jahr 2024.

Faktoren in Potsdam

Die Steigerung geht in Potsdam den PNN zufolge vor allem auf das vierte Quartal zurück. Im Oktober wurde die Baugenehmigung für ein großes Bauvorhaben an der Großbeerenstraße erteilt. Dort errichtet KW Development 554 Wohnungen. Die Bauarbeiten auf der Fläche eines ehemaligen Parkplatzes vor dem Haupteingang des Filmparks haben bereits begonnen.

Weniger Vorhaben von öffentlicher Hand

Rund 95 % der insgesamt 198.100 erteilten Genehmigungen für Neubauwohnungen im Jahr 2025 entfielen auf Unternehmen und Privatpersonen. Entsprechend prägen diese beiden Bauherrengruppen die Gesamtentwicklung. Unternehmen traten bei 108.800 Baugenehmigungen für Neubauwohnungen als Bauherren auf, das waren 14,6 % oder 13.900 mehr neue Wohnungen als im Vorjahr. Auf Privatpersonen entfielen 79.200 Baugenehmigungen, das waren 14,9 % oder 10.200 mehr als im Jahr zuvor. Die Zahl der Baugenehmigungen für Wohnungen im Neubau, die auf Bauanträge der öffentlichen Hand zurückgehen, sank dagegen um 23,2 % oder 2100 auf 6900.

Weniger umbauter Raum bei Nichtwohngebäuden

Im Bereich der Nichtwohngebäude waren die neuen Bauvorhaben im Jahr 2025 rückläufig. Wichtige Gebäudearten sind hier zum Beispiel Fabrikgebäude und Lagerhallen, Büro- und Verwaltungsgebäude oder landwirtschaftliche Betriebsgebäude.

Der zentrale Indikator zur Messung der Bauaktivität bei Nichtwohngebäuden ist der umbaute Raum. Dieser verringerte sich bei den im Jahr 2025 genehmigten Nichtwohngebäuden gegenüber 2024 um 5,2 % auf 183,1 Millionen Kubikmeter. Das war der niedrigste Wert seit 2014 (186,8 Millionen Kubikmeter). Dabei verringerte sich der umbaute Raum bei Warenlagergebäuden im Vorjahresvergleich um 17,1 %, bei Fabrik- und Werkstattgebäuden um 13,0 % und bei Anstaltsgebäuden (z. B. Krankenhäuser oder Alten- und Pflegeheime) um 37,8 %. Demgegenüber vergrößerte sich der umbaute Raum bei Handelsgebäuden um 24,9 % und bei Landwirtschaftlichen Betriebsgebäuden um 11,8 %.

Baugenehmigungen Indikator für Fertigstellungen

Die Zahl der gemeldeten Baugenehmigungen erlaubt eine frühzeitige Einschätzung der zukünftigen Bauaktivität. Aufschluss über die tatsächliche Entwicklung der Bautätigkeit und des Bauüberhangs (genehmigte, aber noch nicht fertiggestellte Bauvorhaben) im Jahr 2025 gibt die Zahl der gemeldeten Baufertigstellungen, die das Statistische Bundesamt voraussichtlich am 22. Mai 2026 veröffentlichen wird.