Wohnfestival

Erstes Wohnfestival in Potsdam: Lokale Initiative ruft zur Mitwirkung auf

Im Treffpunkt Freizeit wird am 8. und 9. Mai über die Zukunft des Wohnens diskutiert. Foto: Carolin Brüstel

Mietenwahnsinn, Mietendeckel, Enteignung, Mieterprotest…  Beinahe täglich berichten die Medien über wohnungspolitische Themen. Kaum ein anderes Thema wird so kontrovers diskutiert wie das Thema Wohnen, und der Handlungsdruck wächst jeden Tag. Die Dramatik der Situation ist inzwischen in der Politik angekommen, die regelmäßig neue Vorschläge macht, um die Probleme zu lösen. Einig sind sich inzwischen fast alle: Die Wohnungsfrage ist die wichtigste soziale Frage unserer Zeit.

Auch in Potsdam ist seit rund zehn Jahren ein stetiger Mietanstieg in fast allen Segmenten zu verzeichnen. Trotz Protesten, trotz politischer Bemühungen, trotz einer regen Bautätigkeit und trotz zahlreicher Aktivitäten der sozialen Wohnungswirtschaft hat sich die Lage auf dem Wohnungsmarkt und die Wohnungsversorgung in den letzten zehn Jahren nicht spürbar verbessert. Gleichzeitig ist zu beobachten, dass noch immer kein stadtweiter Diskurs zur Wohnungsmarktsituation geführt wird.

Hier setzen die Organisatoren des Wohnfestivals 2020 in Potsdam an: Am 8. Und 9. Mai wird der Treffpunkt Freizeit zum Schauplatz einer stadtweiten Debatte über die Potsdamer Wohnungssituation. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage: Wie können wir die Wohnversorgung aller Potsdamerinnen und Potsdamer sicherstellen?

Ins Leben gerufen wurde das Projekt von einer lokalen zivilgesellschaftlichen Gruppe, deren Vertreter ganz unterschiedlichen „Lagern“ der wohnungspolitischen Debatte angehören. Auf diese Weise ist es gelungen, unterschiedlichste Akteure an einen Tisch zu bekommen. Namentlich handelt es sich dabei um Lars Eichert (Haus & Grund Brandenburg), Carsten Hagenau (Arbeitskreis StadtSpuren), Anja Heigl (Mieten-Stopp-Bündnis), Gregor Jekel (Landeshauptstadt Potsdam), Sascha Podubin (Arbeitskreis Wohnungsnotfallhilfe), Dr. Rainer Radloff (Deutscher Mieterbund Brandenburg) und Holger Zschoge (Mietshäuser-Syndikat).

Geplant ist ein vielfältiges Programm, das das Thema aus ganz unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet. Dazu werden Diskussionen, Vorträge, Workshops und Informationsangebote gehören, aber auch Ausstellungen, Lesungen, Filmvorführungen und Kabarett. An beiden Veranstaltungstagen wird es Catering- und Kinderbetreuungsangebote geben. Während der Freitag (8. Mai) bis zum Nachmittag eher „Fachpublikum“ ansprechen wird (Verwaltung, Aktivisten, Wohnungswirtschaft, Lokalpolitik), sind der Freitagnachmittag/abend sowie der Samstag (9. Mai) ein Angebot an die ganze Stadt, insbesondere auch an von Wohnungsnot Betroffene.

Zudem rufen die Organisatoren zur Mitwirkung auf. Gesucht werden wissenschaftliche, journalistische, künstlerische oder sonstige Beiträge zum Thema Wohnen. Noch bis zum 9. März 2020 können sich Interessierte mit ihren Ideen melden. Ansprechpartner ist Julius Sonntag, der unter 0331 201 96 14 und info@wohnfestival2020.de zu erreichen ist.

MAZ und PNN kündigen das Wohnfestival in ihren Ausgaben vom 20. Februar 2020 an. Der Sprecher des Arbeitskreises Stadtspuren, Carsten Hagenau, nennt die Veranstaltung nach MAZ-Angaben „eine produktive Debatte über Gräben hinweg“. Seit einem halben Jahr treffe sich in seinen Geschäftsräumen regelmäßig ein ganz ungewöhnlicher Kreis aus Vertretern der Wohnungswirtschaft sowie Akteuren aus der Stadt. Zu diesen gehöre unter anderem Lars Eichert, CDU-Stadtverordneter und Landesvorsitzender des Eigentümerverbands „Haus & Grund“, sowie Holger Zschoge, Sprecher des Bündnisses „Stadt für alle“ und des Mietshäusersyndikats. „Wir möchten die vereinzelten Debatten zur stadtweiten Diskussion zusammenführen und rufen zur Beteiligung auf“, sagt Carsten Hagenau nach MAZ-Angaben.

Mehr Informationen zum Programm finden Sie hier.

Quellen: Wohnfestival, MAZ, PNN